Für eine sichere Gegenwart und Zukunft
„In sicheren Händen. Jede Minute.“ – dieser Anspruch prägt die Arbeit in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern. Mit dem Zukunftsprojekt Spitalscampus schafft Vorarlberg durch gezielte Vernetzung die Grundlage für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung der Region. Während 2024 im Rahmen der ersten Phase der Fokus auf der Entlastung der Mitarbeitenden lag, wurde im Mai 2025 erfolgreich die zweite Phase eingeleitet.
Im Rahmen des Zukunftsprojektes Spitalscampus wurden 2023 die Spitalspakete I und II definiert und damit der Grundstein für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung gelegt. Während Paket I durch erste Maßnahmen im Jahr 2024 wesentliche Entlastungen für Mitarbeitende brachte, legt das Spitalspaket II den Schwerpunkt auf die Optimierung der Patientenversorgung und auf strukturelle Anpassungen.
Maßnahmen und Meilensteine
Partizipativer Strukturdialog: Fortlaufende Analyse und Einbindung
Der 2023 initiierte partizipative Strukturdialog wurde auch im Jahr 2025 konsequent fortgesetzt. In insgesamt 14 fächerspezifischen Dialogen brachten sich mehr als 300 Vertreter:innen aus Ärzteschaft und Pflege sowie Betriebsrät:innen, Mitglieder der Ärztekammer und weitere Systempartner:innen aktiv ein. Landesrätin Martina Rüscher präsentierte den Zwischenstand der Ergebnisse direkt den Mitarbeiter:innen in allen Krankenhäusern und bot Raum für Fragen sowie Rückmeldungen.
Strukturelle Bündelung für eine zuverlässige Versorgungsqualität
Ein wesentliches Element des Spitalspakets II bildet die Bündelung von Versorgungsangeboten, um medizinische Kompetenzen gezielt zu stärken. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Verlegung der Bludenzer Geburtenstation an das Landeskrankenhaus Feldkirch. Durch die unmittelbare Nähe zur Kinderintensivstation und spezialisierten Pädiatrie wird ein Höchstmaß an Notfall- und Patientensicherheit für Mutter und Kind gewährleistet. Gleichzeitig ermöglicht diese Maßnahme die gezielte Neuausrichtung des Standorts Bludenz.
Weitere Meilensteine und Maßnahmen im Rahmen des Spitalscampus / Spitalspaket II
Nachsorgestation „Maria Rast“ bleibt dauerhaft am LKH Bludenz
Die Entscheidung über die Zukunft der medizinischen Nachsorgestation „Maria Rast“ in Schruns ist gefallen. Nachdem eine Sanierung des Gebäudes in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht, verbleibt die Einrichtung am Landeskrankenhaus Bludenz.
Spatenstich für die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie
Nach der Errichtung der neuen Erwachsenenpsychiatrie des LKH Rankweil erfolgte im Juni 2025 in unmittelbarer Nachbarschaft der Spatenstich für den Neubau für die Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer Gesamtgeschossfläche von rund 4.700 Quadratmetern. In den kommenden Jahren werden die neuen Räumlichkeiten den modernen fachlichen Anforderungen entsprechend umgesetzt und zeitgemäß ausgestattet. Voraussichtlich ab Frühling 2029 können hier Kinder und Jugendliche mit psychiatrischen Erkrankungen unter professionellen Voraussetzungen und umfassender Expertise begleitet, betreut und versorgt werden.
Neue Pflegedirektorin für die LKH Bregenz & Hohenems
DGKP Martina Baumgartl übernahm als neue Pflegedirektorin im September 2025 die Leitung der häuserübergreifenden Pflegeagenden. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat vor 15 Jahren in der Abteilung für Innere Medizin am LKH Hohenems begonnen und sich beruflich rasch weiterentwickelt. Neben ihrer Position als Bereichsleitung für „Anästhesie und OP“ im LKH Bregenz hat sie zuletzt in der pflegerischen Kooperation der LKH Bregenz und Hohenems als Bindeglied gewirkt, war als solches unter anderem an der Umsetzung von Pflegekonzepten und an der strategischen Weiterentwicklung des Pflegebereichs aktiv beteiligt.
Verlegung der Bludenzer Geburtenstation an den Standort Feldkirch
Im September 2025 wurden die Weichen gestellt, dass die Geburtshilfe vom LKH Bludenz an den Standort Feldkirch verlegt wird. Geburten werden künftig am Schwerpunktkrankenhaus und in den anderen geburtshilflichen Abteilungen des Landes begleitet. Dieser Schritt erhöht die Sicherheit für Mütter und Neugeborene. In Bludenz bleibt die Still- und Schwangerschaftsambulanz als Anlaufstelle für junge Mütter und Schwangere aus der Region, die Frauenheilkunde wird sich auf Beckenboden-Chirurgie und gynäkologische Tageschirurgie spezialisieren. Grundlage für diese Entscheidung ist die medizinische Beurteilung, die durch einen externen Experten bekräftigt wurde.
Spitalscampus Vorarlberg: Fahrplan für zukünftige Spitalsversorgung in Vorarlberg steht
Unter dem Zielbild „Spitalscampus Vorarlberg“ wird das Spitalswesen im Land neu organisiert und damit auf demografische, personelle und finanzielle Herausforderungen reagiert. Ziel ist es, eine sichere, qualitätsvolle und bedarfsgerechte Versorgung für die PatientInnen sowie attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze für alle Mitarbeiter:innen sicherzustellen.
Dezember 2025: Beschluss des RSG 2030
Ein großer Meilenstein wurde im Dezember mit dem Beschluss des Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) 2030 durch die Landeszielsteuerungskommission gesetzt.
Das Zielbild des RSG Vorarlberg
- Verbesserung der Lebensqualität durch strukturierte Primärversorgung; insbesondere für chronisch kranke Patient:innen
- Forcierung ambulanter und tagesklinischer Leistungserbringung, damit Patient:innen rasch wieder in ihre vertraute Umgebung können, bei gleichzeitiger Entlastung des stationären Sektors
- Ausrichtung der Leistungsangebote zwischen regionaler wohnortnaher Versorgung und
überregionaler spezialisierter Versorgung im Rahmen von Leistungsschwerpunkten - Bündelung komplexer Leistungen zur Qualitätssicherung und um modernste Geräte und
Technologien anwenden zu können - Ausschöpfung digitaler und innovativer Potenziale sichert den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen und die Wirtschaftlichkeit
- Ausbau von Akutgeriatrie, Remobilisation und Nachsorge
Ab 2026 rückt die Umsetzung in den Fokus: Im ersten Quartal 2026 werden die Verantwortlichkeiten definiert. Nach der Konstituierung des Steuergremiums (KH-Rechtsträger KHBG und Stadt Dornbirn, Landesgesundheitsfonds, ÖGK) werden die Programmmanager:innen der jeweiligen Krankenhaus-Träger ernannt. Die Programmmanager:innen arbeiten sehr eng mit den Projektverantwortlichen zusammen und unterstützen bei der Detailplanung und bei der Erstellung der Projektstruktur.