Mit einer neuen biplanen Anlage, die eine simultane Sicht aus zwei Winkeln bei drastisch reduzierter Strahlenbelastung ermöglicht, revolutioniert das LKH Feldkirch seit Herbst 2025 kardiologische Eingriffe.
Ein Eingriff am Herzen verlangt nicht nur äußerste Präzision, sondern auch eine technische Ausstattung, die das medizinische Team in jeder Phase optimal unterstützt. Als das Schwerpunktlandeskrankenhaus Feldkirch Anfang September 2025 eine Angiografie-Anlage der neuesten Generation in Betrieb nahm, veränderte sich der Arbeitsalltag im Herzkatheterlabor grundlegend. Das hochmoderne biplane System erlaubt es den Expert:innen seither, feine Katheter noch sicherer und weitaus effizienter durch die hochkomplexen Gefäßstrukturen zu navigieren.
Anstatt sich auf eine einzige Perspektive verlassen zu müssen, durchleuchtet die neue Technik den Körper nun gleichzeitig auf zwei Ebenen. Das medizinische Team sieht die Gefäßverläufe in Echtzeit aus zwei unterschiedlichen Winkeln, was die anspruchsvolle Arbeit am Herzen spürbar erleichtert. Wenn die Kardiolog:innen ein dünnes medizinisches Röhrchen vom Unterarm bis zum Herzmuskel führen, um beispielsweise Engstellen aufzudehnen, Stents zu setzen oder Gewebeproben zu entnehmen, profitieren sie von einer beispiellosen räumlichen Orientierung. Ein innovatives Feature unterstützt sie dabei zusätzlich: Das System ist in der Lage, vorab aufgenommene Bilder des Computertomografen exakt über die Live-Aufnahmen zu projizieren.
Strahlenschutz in einer neuen Dimension
Sicher arbeiten bedeutet im Katheterlabor auch, die gesundheitliche Belastung am Arbeitsplatz so weit wie möglich zu reduzieren. In diesem Bereich liefert das System einen entscheidenden Vorteil, denn die Strahlenbelastung sank im Vergleich zum Vorgängermodell drastisch. Das schont nicht nur die Patient:innen, sondern schützt auch das Personal im Raum. Insbesondere die Kolleg:innen der Anästhesie, die bei Akut- und Notfällen direkt am Behandlungstisch stehen, profitieren in ihrem Arbeitsalltag massiv von diesem qualitativen Sprung im Strahlenschutz, der obendrein mit einem deutlich geringeren Bedarf an Kontrastmitteln einhergeht.
Zeitgewinn und neue Therapiemöglichkeiten
Da in kritischen Momenten jede gewonnene Minute zählt, integriert das System mittlerweile zahlreiche Arbeitsschritte, für die das Personal in der Vergangenheit noch separate Zusatzgeräte bedienen musste. Dieser optimierte Workflow spart im klinischen Alltag wertvolle Zeit und Ressourcen. Wie Priv.-Doz. Dr. Matthias Frick, Primar der Inneren Medizin I, betont, verbesserte das technische Update sowohl die Diagnostik als auch die therapeutische Behandlung komplexer Gefäßerkrankungen nachhaltig.
Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits in die Zukunft: Das System erweitert die interventionelle Behandlungspalette der Kardiologie kontinuierlich und wird es schon bald ermöglichen, minimalinvasive Herzklappen-Interventionen sicher und direkt im Herzkatheterlabor durchzuführen.