Im November 2025 trafen sich rund 150 Expert:innen aus dem In- und Ausland im Montforthaus. Das größte Fachsymposium der Region rückte KI-gestützte Chirurgie und maßgeschneiderte Therapien in den Fokus.
Jährlich erhalten rund 2.000 Menschen in Vorarlberg die Diagnose Krebs. Die Tendenz steigt leicht, vor allem durch eine stetig verbesserte Früherkennung. Parallel entwickelt sich die Krebsmedizin rasant weiter. Um moderne Krebstherapien rasch in den klinischen Alltag zu integrieren, haben die Vorarlberger Landeskrankenhäuser am 14. und 15. November 2025 zum interdisziplinären Austausch im Rahmen des Fachsymposiums „8. Feldkircher Onkologietage“ eingeladen. Insgesamt haben rund 150 onkologische Expert:innen teilgenommen.
Rund 20 Expert:innen stellten neue Erkenntnisse ihres Fachgebiets praxisnah vor. Das Themenspektrum umfasste Karzinome in Magen, Darm, Speiseröhre und Lunge sowie urogenitale und gynäkologische Tumore. Auch Blutkrebs und Erkrankungen des Lymphsystems standen auf der Agenda. Primar Priv.-Doz. Dr. Thomas Winder, Initiator der Fachtagung, sieht den interdisziplinären Austausch als Basis für ganzheitliche und erfolgreiche Behandlungswege.
Künstliche Intelligenz im Fokus
Moderne Krebschirurgie erfordert innovative Technik. Die Vorteile KI-gestützter Operationen prägten die Diskussionen maßgeblich. Gleichzeitig widmete sich das Symposium neuen unterstützenden Therapien und diskutierte zum Beispiel über die Chancen und Risiken von medizinischem Cannabis in der Schmerz- und Begleittherapie.
Zu den weiteren inhaltlichen Höhepunkten zählten erste Erkenntnisse aus einem Tiroler Pilotprojekt zum Lungenkrebs-Screening, die Rolle des Mikrobioms bei onkologischen Patient:innen sowie die essenzielle Sicherstellung der Ernährung im palliativen Setting.
Starke Netzwerke für Vorarlberg
Die Erkenntnisse der Onkologietage fließen direkt in die Praxis ein. Unter dem Dach des Onkologienetzwerks Vorarlberg arbeiten alle Krankenhäuser des Landes eng zusammen und kooperieren mit der Universitätsklinik Innsbruck. Diese Struktur garantiert einheitliche Therapiekonzepte. Regionale Meilensteine stärken dieses Netz zusätzlich. So etablierte sich das Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch im Geschäftsjahr 2025 als zertifiziertes „Zentrum für Hämatologische Neoplasien Vorarlberg“.
Parallel arbeiten die Verantwortlichen aktiv an digitalen Lösungen im Patientenmanagement. Die strategische Vision bleibt klar: das Therapiemanagement verbessern, die Nachsorge optimieren und Krankenhausaufenthalte für die Patient:innen nachhaltig reduzieren.