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Geschäftsbericht 2025

Österreichpremiere: KI-gestützte Strahlentherapie in Echtzeit

Sichere Zukunft

Ein großes medizinisches Team in weißer und blauer Arbeitskleidung steht gemeinsam vor einem modernen Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie im Behandlungsraum.

Als zweites Krankenhaus weltweit nahm das LKH Feldkirch im April 2025 einen neuartigen Linearbeschleuniger in Betrieb. Das System passt Bestrahlungspläne in wenigen Minuten an und schont gesundes Gewebe.

Nach einer Weltpremiere in Berlin läutete das Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch im Frühjahr 2025 eine neue Ära der personalisierten Strahlentherapie ein. Am 30. April 2025 setzte die Abteilung für Radioonkologie und Strahlentherapie erstmals den Linearbeschleuniger „Elekta Evo“ klinisch ein. Diese Österreichpremiere etablierte eine echtzeit-adaptive Tumorbekämpfung. Das KI-gestützte System erkennt anatomische Gegebenheiten hochpräzise und passt die Bestrahlung unmittelbar an die aktuelle Lage des Tumors an.

Ziel der neuen Technologie ist es, den so genannten Sicherheitssaum so klein wie möglich zu halten. Dabei handelt es sich um gesundes Gewebe rund um den Tumor, das zur Sicherheit mitbestrahlt wird. Die Künstliche Intelligenz liefert gestochen scharfe Bilder und unterstützt das Team dabei, die Strahlung exakt auf das kranke Gewebe zu fokussieren. Das reduziert Nebenwirkungen, erhält die Lebensqualität der Patient:innen und steigert die Heilungschancen durch gezielte Dosisanpassungen. Männer mit Prostatakarzinomen profitieren als Erste von dieser Präzision, da die KI vorerst speziell auf den Beckenbereich ausgerichtet ist.

Ein neuer Behandlungsplan in wenigen Minuten

Im Laufe einer mehrwöchigen Therapie verändern Tumore und Organe oft ihre Größe, Form oder Lage, etwa durch Schwellungen oder Gewichtsverlust. Bislang erforderte die Neuberechnung eines Bestrahlungsplans einen ganzen Tag. Die Patient:innen erhielten den angepassten Plan erst bei der nächsten Sitzung. Der neue Linearbeschleuniger verkürzt diesen Prozess auf wenige Minuten. Die Bilder werden direkt während der Therapie am Gerät bearbeitet. Das Team berechnet und verifiziert den neuen Plan, noch während die Patient:innen im Behandlungsraum bleiben. Die einzelnen Sitzungen dauern dadurch etwas länger, doch die Gesamtzahl der nötigen Krankenhaustermine für die Betroffenen sinkt spürbar.

Menschliche Expertise bleibt unverzichtbar

Die adaptive Strahlentherapie schließt Kompromisse auf dem Behandlungsweg aus und fördert die Zusammenarbeit von Medizinphysik und -technik, Radiologietechnologie, ärztlichem und pflegerischem Bereich. Bei aller technischen Finesse betonen Primar Univ.-Doz. Dr. Alexander de Vries und sein Team jedoch einen entscheidenden Grundsatz: Die KI liefert wertvolle Daten, aber der Mensch trifft weiterhin alle Entscheidungen und behält die Verantwortung.

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