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Geschäftsbericht 2025

Interdisziplinäre Meisterleistung: Vom Zeh zum Daumen

Sichere Gegenwart

Vier Mediziner in grünen OP-Kasacks und weißen Arztkitteln stehen nebeneinander im Flur.

Im Februar 2025 gelang am LKH Feldkirch eine beeindruckende Leistung: Ein bereichsübergreifendes Team rettete einem Landwirt die Greiffunktion – und sicherte so seine berufliche Existenz.

Eine winzige Verletzung kann alles verändern. Ein vermeintlich harmloser Kratzer am rechten Daumen führte bei einem 50-jährigen Landwirt im Frühjahr 2024 zu einer lebensgefährlichen Sepsis. Der Daumen starb ab und musste amputiert werden. Für den selbstständigen Bauern, der seine dominante Hand zwingend benötigt, drohte das berufliche Aus. Nach neun Monaten intensiver Vorbehandlung durch Ergotherapie, Wundmanagement und Lymphdrainagen folgte Ende Februar 2025 der Wendepunkt. In einer hochkomplexen Operation am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch ersetzte ein spezialisiertes OP-Team den verlorenen Daumen durch einen Zeh.

Der Eingriff erforderte chirurgische Exzellenz und lückenlose Teamarbeit. Die Abteilungen für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie sowie für Orthopädie und Unfallchirurgie bündelten ihre Kräfte. Während der achtstündigen Operation arbeiteten zwei Teams parallel im OP-Saal. Die eine Gruppe entnahm den Zeh, die andere bereitete die Hand für die Transplantation vor. Die Plastische Chirurgie schloss die winzigen Gefäße und Nerven mikrochirurgisch an, um die Durchblutung zu garantieren. Die Unfallchirurgie fügte Sehnen und Knochen präzise zusammen.

Der zweite Zeh als ideale Lösung

Das interdisziplinäre Team um Oberarzt Dr. Christian Knecht und Oberarzt Dr. Werner Ploner entschied sich bewusst gegen den großen Zeh. Der zweite Zeh bot entscheidende Vorteile. Er ist schmaler und fügt sich optisch harmonisch in das Bild der restlichen Finger ein. Gleichzeitig fällt sein Fehlen am Fuß kaum auf. Vor allem aber behielt der Patient seinen großen Zeh, der den Gang stützt und den er für die laufintensive Arbeit auf dem Hof benötigt. Für Primar Priv.-Doz. Dr. Gabriel Djedovic und Primar Priv.-Doz. Dr. René El Attal markierte diese Premiere den erfolgreichen Höhepunkt einer jahrelang vorangetriebenen Spezialisierung in der Handchirurgie.

Rasche Mobilisation

Bereits am ersten Tag nach der Operation startete die Nachsorge mit der Ergotherapie. Das Team fertigte eine spezielle Lagerungsschiene an und mobilisierte die Finger. Nur zehn Tage nach dem komplexen Eingriff verließ der Landwirt das Spital. Ein knappes Jahr wird es dauern, bis ein schützendes Gefühl für Hitze und Kälte in den neuen Daumen zurückkehrt. Kontrollierte Bewegungsabläufe zeigten sich jedoch schnell: Bei einer ambulanten Kontrolle führte der Patient den neuen Daumen bereits zum Zeigefinger und konnte leichte Gegenstände halten.

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