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Geschäftsbericht 2025

Gelenkerhaltende Spitzenmedizin: LKH Feldkirch etabliert komplexe Hüft-Operation

Sichere Gegenwart

Drei Chirurgen in grüner OP-Kleidung stehen lächelnd in einem Operationssaal vor einem Bildschirm mit Becken-Röntgenaufnahmen

Im Herbst 2025 führte die Orthopädie erstmals eine Periazetabuläre Osteotomie durch. Österreichweit bieten nur drei Häuser diesen minimalinvasiven Eingriff.

Schmerzfrei gehen zu können, bedeutet Lebensqualität. Für junge Menschen mit einer angeborenen Fehlstellung der Hüftpfanne ist das keine Selbstverständlichkeit. Um einen frühen Gelenkverschleiß aufzuhalten, etablierte die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der beiden Landeskrankenhäuser Feldkirch und Bludenz im Herbst 2025 ein hochkomplexes Operationsverfahren. Mit der erfolgreichen Premiere der sogenannten Periazetabulären Osteotomie (PAO) komplettierte das Schwerpunktkrankenhaus sein Leistungsspektrum. Das LKH Feldkirch zählt damit zu den drei einzigen Zentren in ganz Österreich, die diesen anspruchsvollen Eingriff anbieten.

Eine Hüftdysplasie bleibt oft lange unbemerkt. Die Hüftpfanne ist anlagebedingt zu klein oder abweichend nach hinten gedreht. Erst im frühen Erwachsenenalter beginnen die Probleme. Belastungsabhängige Leistenschmerzen und eine rasch ermüdende Muskulatur schränken den Alltag ein. Dabei kann sich ohne Behandlung frühzeitig eine Arthrose entwickeln.

Primar Priv.-Doz. Dr. René El Attal bringt die Tragweite auf den Punkt: Viele Betroffene benötigen bereits in ihren 40ern eine Hüftprothese. Für junge Patient:innen bedeutet das im Laufe ihres Lebens oftmals, sich bis zu drei komplexen Wechseloperationen zu stellen. Genau hier setzt die PAO an: Sie korrigiert die Fehlstellung der Pfanne in nur einem Eingriff, stellt dabei die üblichen mechanischen Verhältnisse wieder her und sichert das natürliche Gelenk – in vielen Fällen sogar lebenslang.

Ein minimalinvasiver Eingriff

Der Eingriff gilt als eine der schwierigsten Operationen innerhalb der Orthopädie. Oberarzt Dr. Johannes Abel, Leiter des Endoprothetik-Teams, brachte die Expertise für dieses Verfahren aus dem Universitätsspital Bern nach Feldkirch.

Im Operationssaal löst das Team die gesamte Hüftpfanne mithilfe spezieller Werkzeuge minimalinvasiv aus dem Becken. Anschließend drehen die Chirurg:innen die Pfanne in die korrekte Position und fixieren sie sicher. Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation: Die Knorpelabnutzung darf noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Ist die Arthrose bereits voll ausgebildet, kommt diese Methode nicht mehr in Frage.

Rasche Rückkehr in den Alltag

Die moderne Infrastruktur im LKH Feldkirch bietet für dieses Vorhaben optimale Voraussetzungen und verzeichnete bald Erfolge: Die ersten beiden operierten Patient:innen waren zum Zeitpunkt des Eingriffs unter 30 Jahre alt. Nach einer PAO sind die Betroffenen erstaunlich schnell wieder mobil. Nach durchschnittlich sechs Wochen an Krücken können sie die Hüfte im Idealfall wieder voll belasten. Künftig geht die Abteilung davon aus, diese lebensverändernde Operation rund 50-mal pro Jahr durchzuführen.

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